Das Kreuz

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Ein Kreuz ist christliches Symbol und Kultgegenstand zugleich. Es verkörpert die Kreuzigung Jesu Christi und ist in allen christlichen Kirchen anzutreffen. Es steht aber auch für die Auferstehung des Sohnes Gottes auf Erden und ist daher das wichtigste Symbol der christlichen Kirche. Gerade zur Taufe oder Kommunion ist ein Kreuz als Geschenk nicht ungewöhlich sondern fast schon ein Muss.

Darüber hinaus ist das Kreuz aber auch ein Gegenstand, der seit vielen tausend Jahren von Völkern aller Art verehrt wird. Aus archäologischen Funden wurde bekannt, dass bereits in der Steinzeit Kreuze verwendet wurden, z. B. in Form von Wandbildern oder Einritzungen in Felsen. Dabei kommt das Kreuz nicht nur im Christentum zum Einsatz, sondern auch in verschiedenen anderen Religionen. Allgemein geht man davon aus, dass das Kreuz durch seine vier gegenüberliegenden Kardinalpunkte seit jeher eine religiöse Bedeutung genießt.

Auch in der Kunst widmet man sich seit jeher dem Kreuz. Es taucht in unzähligen verschiedenen Gemälden, Skulpturen und anderen Kunstwerken auf. Zahlreiche Künstler sind durch ihre religiös geprägten Arbeiten weltberühmt geworden. Nun könnte man meinen, dass das Kreuz lediglich ein Relikt der Vergangenheit ist. Dem ist jedoch nicht so. Auch in unserer modernen Welt finden sich an unzähligen verschiedenen Orten Kreuze, man denke nur an Friedhöfe, wo viele Grabsteine in Form von Kreuzen gefertigt oder zumindest damit verziert sind.

Diese Webseite soll Ihnen einen kleinen Überblick über die Welt der verschiedenen Kreuze geben und sie in die Symbolik dieses Kultgegenstandes einführen. Auch dann, wenn Sie religiös nicht besonders geprägt sind und wenig damit anfangen können, werden Sie trotzdem immer wieder Kreuzen in Ihrem alltäglichen Leben begegnen. Vielleicht können wir dazu beitragen, dass Sie deren Symbolik etwas besser verstehen.

Symbolik

Ein Kreuz besteht grundsätzlich aus zwei geometrischen Einzelkomponenten. Das uns bekannte, lateinische Kreuz weist dabei eine senkrechte Hauptachse auf, die durch eine waagerechte Achse im oberen Teil gekreuzt wird. Die waagerechte Achse ist dabei ein ganzes Stück kürzer als die senkrechte.

Man muss nicht viel Fantasie aufwenden, um zu verstehen, wofür diese Achsen stehen sollen. Die senkrechte Hauptachse des Kreuzes verkörpert das Himmlische, während die vertikale Achse für die Erde steht. Da beide Linien verbunden sind, wird hierdurch auch die Verbundenheit von Himmel und Erde demonstriert.

Da das Kreuz vier Enden hat, die jeweils in eine unterschiedliche Richtung zeigen, verkörpert es damit auch die vier Himmelsrichtungen Norden, Süden, Westen und Osten. Schon im alten Ägypten vermutete man, dass das Himmelsgewölbe, welches sich über der Erde befindet, nach allen Seiten hin von vier Säulen gestützt wird. Genau diese vier Säulen bildet ein Kreuz ab. Zudem erschufen die Ägypter ihre Pyramiden auf der Grundlage eines Kreuzes. Betrachtet man eine solche Pyramide, so wird schnell klar, dass diese lediglich die räumliche Ausprägung eines Grundrisses darstellt, den ein Kreuz verkörpert.

Man kann jedoch noch weitere Interpretationsansätze anwenden. Stellt man sich ein einfaches Kreuz vor, bei dem beide Achsen gleich lang sind, verkörpert dieses die vier Außenpunkte eines Kreises. Dieser Kreis symbolisiert seit Urzeiten die Vollständigkeit aller Elemente auf der Erde, wodurch auch die vier Grundelemente Feuer, Wasser, Luft und Erde verkörpert werden.

Broschen

Die Brosche ist ein sehr klassisches Schmuckstück, welche heute zumeist von älteren Frauen getragen wird. Es gibt sie in Form eines Kreuzes eher selten auf dem Markt, dennoch bieten einige Juweliere solch individuelle Schmuckstücke an. Eine Brosche in Form eines Kreuzes zu tragen, bedeutet immer, seine religiöse Gesinnung in besonderer Form nach außen hin zu vertreten. Man muss sich also darüber im Klaren sein, dass eine Brosche in Kreuzform deutlich größere Wirkung bei den Mitmenschen hervorruft, als z. B. ein kleiner Kettenanhänger. Manche Menschen denken gar an einen religiösen Fanatiker, wenn sie einen Menschen mit Kreuz-Brosche sehen.

Bekannt ist die Brosche als besonders edles Schmuckstück, meist wird sie aus Gold oder Silber beziehungsweise anderen Edelmetallen hergestellt. Sie eignet sich insbesondere für die Abendgarderobe beziehungsweise jegliche Art von festlicher Kleidung, weniger für das Tragen auf normaler Alltagskleidung. So bietet die Brosche eine schöne Möglichkeit, auch bei festlicheren Anlässen sein persönliches christliches Symbol immer dabei zu haben, wenn andere Kreuz-Schmuckstücke wie z. B. eine Kette nicht so sehr zum Gesamt-Outfit passen.

Viele Juweliere und Goldschmiede bieten an, Broschen ganz nach Kundenwünschen individuell anzufertigen. Wer also gerne eine Kreuz-Brosche hätte, diese aber nicht im freien Handel nach seinen Vorstellungen findet, der kann sich ein solches Schmuckstück von Hand anfertigen lassen. Selbstverständlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass solche Schmuckstücke um einiges teurer sind als Schmuck von der Stange. Dafür hat man anschließend ein einmaliges Unikat, das von Generation zu Generation weitervererbt werden kann.

Fingerringe

Ein Schmuckstück in Form eines Fingerrings mit einem Kreuz herzustellen, ist wesentlich schwieriger, als es bei anderen Schmuckstücken, z. B. einer Halskette, der Fall ist. Der Grund: Die Größe ist bei einem Ring immer stark beschränkt, also kann hier nicht ohne weiteres ein Kreuz in beliebiger Größe untergebracht werden. Dennoch sieht man immer wieder Ringe in Form von Kreuzen, die sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit erfreuen. Ein Ring bietet dabei eine besonders dezente Möglichkeit, seinen christlichen Glauben auch nach außen hin zu demonstrieren. Er fällt meist weit weniger auf, als etwa eine Halskette, Ohrringe oder eine Brosche.

Bei Ringen für Damen werden die Kreuze meist so in eine Gesamtform eingearbeitet, dass sie nicht als einziges Schmucksymbol fungieren. So wird das Kreuz beispielsweise in einen Kreis oder eine Blume eingearbeitet, dass sich ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Ringe für Männer können dagegen durchaus etwas auffälliger sein, so dass hier das Kreuz auch oft als alleiniges Symbol verwendet wird. Bekannt sind Kreuzringe außerdem aus der Biker- und Heavy Metal- Szene, wo sie eine ganz besondere Symbolik verkörpern.

In der Vergangenheit wurden Kreuz-Ringe für Herren auch oftmals in Form von Siegelringen hergestellt. Dabei handelt es sich um ein – meist rundes – Relief, das auf einer Grundplatte aufgebracht ist, die dann die Oberseite des Rings ziert. Wie der Name bereits andeutet, erfüllte ein solcher Siegelring früher die Funktion, Briefe und andere Dokumente mithilfe von Wachs zu versiegeln. Dabei wurde Wachs geschmolzen und dann der Ring vor dem Abkühlen hineingedrückt.

Kreuze in unserem Alltag

Die bislang vorgestellten Kreuze werden Ihnen fast ohne Ausnahme bekannt sein. Es gibt aber darüber hinaus noch eine ganze Reihe von Situationen, in denen wir mit Kreuzen aller Art in Berührung kommen – manchmal, ohne es überhaupt bewusst wahrzunehmen. Die Rede ist von Kreuzen, die uns im normalen Alltag begegnen. Genau diese möchten wir Ihnen hier einmal etwas näher vorstellen.

Nehmen wir an, Sie fahren mir Ihrem Auto an einen Bahnübergang: Was sehen Sie kurz davor? Richtig: Ein Kreuz! Es handelt sich dabei um das so genannte Andreaskreuz, ein allgemeingültiges Symbol, das vor den Gefahren an einem Bahnübergang warnt. Wo begegnen wir sonst noch Kreuzen in unserem Alltag? Den Schmuckbereich hatten wir bereits angesprochen – hier dient das Kreuz als zeitloses Symbol der Religiösität und erfreut sich seit Jahrhunderten großer Beliebtheit. Gehen wir ein Stück weg vom Religiösen und schauen wir zum Militär: Auch hier finden sich immer wieder Kreuze, zum Beispiel als Abzeichen auf der Uniform von Soldaten, durch die der militärische Rang jedes einzelnen gekennzeichnet wird.

Ein weit verbreitetes Ritual ist auch das „sich selbst Bekreuzigen“. Man kennt es: Hauptsächlich dann, wenn Menschen vor etwas Angst haben bzw. sich einer Aufgabe nicht gewachsen fühlen, zeichnen sie ein Kreuz mit ihrer eigenen Hand vor der Brust nach, um Hilfe von Oben zu erbitten. Ob das immer klappt, lassen wir hier einmal dahingestellt. Man erkennt daran aber, wie tief das Kreuz auch in unserem banalen Alltag bis heute verankert ist.

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